Abteilung Bliesener > Die Arbeitseinheit

Vorstellung der Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie und Rechtspsychologie

Was ist Entwicklungspsychologie?

Die Entwicklungspsychologie beschäftigt sich mit der auf das Einzelwesen bezogenen Entwicklung (Ontogenese) des Verhaltens, Denkens und Erlebens. Die klassische Entwicklungspsychologie beschreibt Veränderungen in Bezug zum Alter. Die moderne Entwicklungspsychologie versucht außerdem zu erklären, welche potentiellen Einflussfaktoren der Umwelt für individuelle Unterschiede im Entwicklungsstand verantwortlich gemacht werden und wie Individuen ihrerseits Einfluss auf ihre Umwelt nehmen und diese verändern.

Was ist Pädagogische Psychologie?

Die Pädagogische Psychologie ist ein Teilgebiet der angewandten Psychologie, das sich mit der Erforschung von Prozessen und Problemen beschäftigt, die sich aus Erziehungssituationen im schulischen und außerschulischen (z.B. familiären) Bereich ergeben. Basierend auf Erkenntnissen der Allgemeinen, der Differentiellen, Entwicklungs- und Sozialpsychologie wird versucht, Gesetzmäßigkeiten und Bedingungen von Sozialisations-, Erziehungs- und Unterrichts- und Vermittlungsprozessen aufzudecken.

Was ist Rechtspsychologie?

Gegenstand der Rechtspsychologie ist die Anwendung psychologischer Theorien, Methoden und Erkenntnisse auf Fragestellungen, die sich aus der Gestaltung und Anwendung des Rechts ergeben. Bei der modernen Rechtspsychologie handelt es sich um eine problem- und anwendungsorientierte Wissenschaft, welche Erkenntnisse aller psychologischen Grundlagendisziplinen berücksichtigt. Zu den wesentlichen rechtspsychologischen Tätigkeitsfeldern gehören u.a. die Begutachtung von Prozessbeteiligten in straf- und zivilrechtlichen Verfahren, die Diagnose und Behandlung von Straftätern oder die psychologische Unterstützung von Behörden und Institutionen der Rechtspflege (z.B. Polizeipsychologie).

Forschungsschwerpunkte

Der Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der so genannten Kriminalpsychologie, die sich unter anderem mit den Bedingungen von Straftaten und Delinquenzentwicklung und präventiven und rehabilitativen Maßnahmen befasst. Ein besonderes Interesse liegt hier insbesondere im Bereich der Entwicklungspsychopathologie, d. h. der Erforschung der Ursachen, Bedingungen und Prozesse der Entwicklung normabweichenden Sozialverhaltens (insbesondere aggressiven Verhaltens) sowie der Möglichkeiten dessen Vorbeugung und Behandlung, z. B.: Ursachen und Entwicklung der Jugendgewalt, kriminalpräventiver Umgang mit delinquenten und gewalttätigen Kindern und Jugendlichen, Bedingungen von und Maßnahmen gegen Schulbullying, Hooliganismus. Auswirkungen gewalthaltiger Medien (PC-Spiele).

Schwerpunkte in der Lehre

Der Schwerpunktfach im zweiten Studienabschnitt des Diplomstudiengangs ist rechtspsychologisch, insbesondere Kriminalpsychologisch, ausgerichtet und in ein besonderes interdisziplinäres rechtspsychologisches Ausbildungsangebot der CAU integriert. In einem dreisemestrigen Curriculum werden theoretische Grundlagen von Verhaltensstörungen und abweichendem Sozialverhalten, spezifische Probleme der Erfassung und Diagnose sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention intensiv behandelt. Der Theorie-Praxis-Bezug der Schwerpunktveranstaltungen wird wesentlich durch zahlreiche Praktikerbesuche, Exkursionen und den Einbezug praktisch tätiger Lehrbeauftragter gestützt.

Anwendungs-/Berufsfeld

Der rechtspsychologische Ausbildungsschwerpunkt des Instituts qualifiziert besonders für eine Tätigkeit in verschiedenen Bereichen der Prävention (Drogen-, Erziehungsberatung etc.), Intervention (Trainings- und Behandlungsmaßnahmen für Schüler, Eltern, Lehrkräfte etc.), der Justiz (z.B. Justizvollzug, forensisch-psychologische Begutachtung) sowie der außergerichtlichen Konfliktlösung (Mediation). Aus dem Anwendungsgebiet der Pädagogischen Psychologie ergibt sich weiterhin eine spezifische Qualifikation der Absolventen im Bereich der Jugend-, Familien- und Erziehungsberatung sowie des Schulpsychologischen Dienstes.