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Laufende Forschungsprojekte

Evaluation der "Initiative Kurve kriegen"

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Im Auftrag des Ministeriums für Inneres und Kommunales des Landes Nordrhein-Westfalen wurde eine Prozess- und Wirkungsevaluation der Initiative "Kurve Kriegen" durchgeführt. Das Konzept der Initiative basiert auf Empfehlungen der Enquetekommission "Prävention" und wurde 2011 in acht Modellbehörden in NRW umgesetzt. Die Initiative richtet sich an strafunmündige Kinder, die wegen einer Gewalttat oder mehrerer schwerer Eigentumsdelikte aufgefallen sind, und bietet auf freiwilliger Basis eine intensive Betreuung dieser Kinder und ihrer Eltern durch eine pädagogische Fachkraft einschließlich eventueller therapeutischer Hilfen für die Dauer von mindestens zwei Jahren.
Die Kieler Forschungsgruppe begleitete und evaluierte die Implementation der Initiative in den acht Modellbehörden und führte eine Wirkungsevaluation durch, um die kriminalpräventive Wirkung des Projekts auf die betreuten Kinder und ihr familiäres Umfeld zu prüfen. Den Bericht finden Sie hier.
#1
Das Projektteam der Evaluationsstudie "Initiative Kurve kriegen"

Regionalanalysen zum Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein

Im Auftrag des Innenministeriums des Landes Schleswig-Holstein wird ein Lagebild über die politisch motivierte Kriminalität im Hell- und Dunkelfeld sowie über die wahrgenommene Bedrohung durch politisch motivierte Kriminalität in den Landgerichtsbezirken Kiel, Flensburg und Itzehoe erstellt. Die Studie ergänzt eine vorhergehende Untersuchung
in der Region Herzogtum Lauenburg, Stormarn, Lübeck (den Bericht finden Sie hier).

Neben der Erstellung eines Lagebilds soll auch untersucht werden, welche Entwicklungsrisiken bei Kindern und Jugendlichen eine Anfälligkeit gegenüber politisch extremem Gedankengut begünstigen.

#2
Das Projektteam "Regionalanalysen zum Rechtsextremismus in Schleswig-Holstein"

Abgeschlossene Projekte

Gewalt gegen Polizeibeamte

In einer Online-Befragung wurden über 18.000 Polizeibeamtinnen und -beamte in NRW zum eigenen Gewalterleben befragt. Hierbei wurde u.a. untersucht, welche Formen von Gewalt auftreten, wie die Vorbereitung auf Einsatzsituationen und Belastungen erlebt wird und welche Belastungsfolgen durch das Gewalterleben im Dienst auftreten. Die Studie wurde vom Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheit der Polizei Nordrhein-Westfalen unterstützt.

 

Der Abschlussbericht ist zu beziehen über:

http://www.polizei.nrw.de/media/Dokumente/131202_NRW_Studie_Gewalt_gegen_PVB_Abschlussbericht.pdf

Team Projekt "Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte in NRW"
Das Projektteam "Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte in NRW"

Die biografische Entwicklungen junger Mehrfach- und Intensivtäter in der Stadt Neumünster

Die kreisfreie Stadt Neumünster weist seit Jahren eine auffällig hohe Kriminalitätsbelastung auf. Zur Reduzierung des Kriminalitätsaufkommens erscheint es besonders erforderlich aber gleichzeitig auch wirkungsvoll, an der Gruppe der jungen Mehrfach- und Intensivtäter anzusetzen, da auf diese der größte Anteil der verübten Straftaten zurückgeht. Um Präventions- und Interventionsmaßnahmen jedoch effektiv zu gestalten, bedarf es des Wissens um die konkreten Ursachen für die Delinquenzentwicklung bei dieser Personengruppe. Zum einen ermöglicht dies eine effizientere Identifizierung von Personen, bei welchen das Risiko von Fehlentwicklungen besonders hoch ist. Andererseits lassen sich aus dem Ursachenwissen auch ableiten, an welchen Risiken und Ressourcen die Maßnahmen ansetzen sollten. Die Stadt Neumünster beauftragte daher im Jahr 2010 die Arbeitseinheit Entwicklungspsychologie, Pädagogische Psychologie und Rechtspsychologie der Universität Kiel mit einem Forschungsprojekt, dessen Hauptziel es war, Handlungsempfehlungen für den Allgemeinen Sozialen Dienst und die Polizei abzuleiten, welche auf eine bessere Erkennung von „Risiko-Jugendlichen“ und einen wirkungsvolleren Umgang mit jungen Mehrfach- und Intensivtätern abzielen. Diese Empfehlungen basieren auf der biografischen Betrachtung von männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden in der Stadt Neumünster, bei welcher die Lebensbedingungen sowie Personeneigenschaften der jungen Menschen als Ursachen der Entwicklung von Kriminalität analysiert wurden. Ebenfalls waren die justiziellen Reaktionen auf kriminelles Verhalten und die Hilfeleistungen durch das Jugendamt Gegenstand der Untersuchung.

 

Den vollständigen Abschlussbericht zum Forschungsprojekt erhalten Sie hier.

 


Einen Überblick zum Forschungsprojekt bietet das Managementpapier. Dieses enthält eine knappe Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse sowie die Handlungsempfehlungen in nur leicht gekürzter Form.

 

Das Managementpapier erhalten Sie hier.

Evaluation des polizeilichen Umgangs mit jungen Intensivtätern

Wenngleich die meisten Jugendlichen und jungen Menschen im Laufe ihrer Entwicklung gelegentlich ein delinquentes Verhalten erkennen lassen, zeigen kriminologische Daten, dass sich dieses delinquente Verhalten bei einigen jungen Menschen verfestigen kann und diese mehrfach und in schneller Folge polizeilich auffällig werden. Solchen jungen Straffälligen, bei denen sich die Entwicklung einer Delinquenzkarriere ankündigt (Mehrfach- oder Intensivtäter), gilt die besondere Aufmerksamkeit der Polizei. In den letzten Jahren wurde verschiedene polizeiliche Konzepte entwickelt, um die Zahl der Straftaten, die von der Gruppe junger Mehrfach-/Intensivtäter begangen werden zu reduzieren. Die Wirksamkeit unterschiedlicher polizeilicher Konzepte in vier Kreispolizeibehörden wurde mit Förderung des Landeskriminalamts NRW untersucht.

 

Den Abschlussbericht zur Studie finden Sie hier.

Auswirkungen gewalthaltiger PC-Spiele und Medienangebote

Die Gefahren, die von gewalthaltigen PC-Spielen (Konsole-Spielen) ausgehen können, werden derzeit heftig diskutiert. Die empirische Befundlage zu den Auswirkungen der bei Jugendlichen oft sehr beliebten und verbreiteten gewalthaltigen Spielangebote ist noch recht dünn und uneinheitlich. Eine Forschungsgruppe der Arbeitseinheit untersuchte in mehreren Projekten (Dissertationen, Diplomarbeiten), welche Folgen das Spielen am PC bzw. an der Konsole auf die Aggressionsneigung, das Erleben sozialer Kontakte und das Zeitempfinden hat, welche Transfereffekte vom Spiel in die Realität beobachtet werden und welche Gruppen von Spielerpersönlichkeiten eventuell stärker von diesen Einflüssen betroffen sind.

Verantwortlichkeit jugendlicher Straftäter nach § 3 JGG (in Kooperation mit Prof. Köhnken und Prof. Ostendorf)

Gem. § 3 Jugendgerichtsgesetz (JGG) ist ein Jugendlicher nur dann strafrechtlich verant­wort­lich, wenn er zur Zeit der Tat nach seiner sittlichen und geistigen Entwicklung reif genug war, das Unrecht der Tat einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln. Die Ver­ant­wortlichkeit muss in jedem Einzelfall vom Gericht positiv festgestellt werden. Bisher vorliegende Untersuchungen zeigen jedoch, dass die Ver­ant­wortlichkeit selbst bei Höchst­­stra­fen­urtei­len nur selten infrage gestellt. Diese Rechtspraxis ist aber mit der Intention des Gesetzgebers kaum vereinbar. In einem von der DFG geförderten Forschungs­vorhaben wird ana­lysiert, welche Kon­zepte und Urteilsstrategien die Beurteilung der Verantwortlichkeit in der Justizpraxis leiten. Parallel dazu wird auf der Grundlage einer systematischen Analyse der rechtswissenschaftlichen, entwicklungspsychologischen und psy­chodia­gno­stischen Lite­ra­tur ein „Idealmodell“ der Beurteilung der Verantwortlichkeit entwickelt und mit dem Ist­zustand verglichen. Diese Gegenüberstellung ermöglicht eine differenzierte Defi­zit­­analyse, auf deren Grundlage ein wissenschaftlich fundierter und zugleich handhabbarer Leitfaden für die Gerichtspraxis erstellt werden soll.

 

Den Bericht zur Studie finden Sie hier.